„Was ist ein Bund?“, das fragte ich unsere Konfirmanden.
Zunächst herrschte Schweigen.
„Ist ein Schlüsselbund auch ein Bund“, fragte ich weiter.
„Ja klar. Ein Schlüsselbund hält die Schlüssel beieinander,
dass keiner verloren geht.“
Wenn Gott mit Menschen einen Bund geschlossen hat, dann auch um sie bei sich und beieinander zu halten, damit sie nicht verloren gehen.
Die Bibel kennt Bünde, die Menschen untereinander schließen.
Meist geht der Bund von dem Stärkeren aus, der dem Schwächeren Lebensraum
gewährt. Wenn man weiß, dass man von anderen nichts zu befürchten hat, gibt das
Sicherheit.
In der Bibel ist es immer Gott, der einen Bund mit Menschen
schließt, ihnen eine Zusage, eine Verheißung, ein Versprechen gibt. Wenn Gott
mit Menschen einen Bund schießt, stellt er sich auf ihre Seite. Gottes Bünde
sind Gnadenbünde – es ist der gnädige Gott, der einen Bund mit Menschen
schließt.
Menschen können zu Gott kommen und ihm Versprechungen
machen, Gelübde anlegen – aber sie können nicht zu Gott kommen, um mit ihm
einen Bund zu schließen.
Gottes Bund mit uns geht von Gott aus! In jedem Bund geht
Gott auf uns Menschen zu.
„Und ich will mit ihnen einen Bund des Friedens schließen,
der soll ein ewiger Bund mit ihnen sein. Und ich will sie erhalten und mehren,
und mein Heiligtum soll unter ihnen sein für immer. Ich will unter ihnen wohnen
und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.“ Hes 37, 26f
„Ich will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein“,
darum geht es Gott.
„Ich will dein Gott sein, deine Lebensquelle, deine Kraft,
dein ein und alles und du sollst zu mir gehören, mein Kind sein.“
Brenz hat in seinem Katechismus vom Taufbund festgehalten:
„Die Taufe ist ein Sakrament und göttlich Wortzeichen, womit Gott, der Vater,
durch Jesus Christus, seinen Sohn, samt dem Heiligen Geist bezeugt, dass er dem
Getauften ein gnädiger Gott wolle sein
und verzeihe ihm alle Sünden aus lauter Gnade um Jesu
Christi willen und nehme ihn auf an Kindes Statt und zum Erben aller
himmlischen Güter.“
Gott hat mit uns Frieden geschlossen. Er fordert keine
Reparationszahlungen von uns, Jesus hat für unsere Schuld bezahlt. Im Abendmahl
wird es uns zu gesprochen, dass Jesus sein Blut für uns vergossen hat! Mt
26,27f
„Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach:
Trinket alle daraus;
das ist mein Blut des Bundes das vergossen wird für viele
zur Vergebung der Sünden.“ Mt 26,27f
Gott schließt einen Bund mit dir! Du kannst ihn ausschlagen
oder dich von ihm hineinnehmen lassen, dich ganz hineingeben. Friedeman
Rau
