Frische Luft atmen, sich bewegen und auf andere Gedanken
kommen.
In der Bibel zu lesen, ist für
mich ebenfalls ein solches Rausgehen aus meinen eigenen Gedanken und Gott
wahrnehmen. Mich an seiner Gegenwart freuen, mich von ihm bewegen lassen und
mich aus der Enge der Sorgen herausführen lassen.
In den letzten Tagen war in der Bibellese die Endzeitrede
Jesus aus Markus 13 dran.
Nicht gerade erbaulich, wenn ich vom Untergang des Tempels
in Jerusalem lese, von Kriegen und Kriegsgeschrei, von großer Bedrängnis und
Nöten. Das setzt vielen zu in einer Zeit der Krise und Verunsicherung.
Heute Morgen las ich in meiner stillen Zeit: „An dem
Feigenbaum aber lernt ein Gleichnis: Wenn jetzt seine Zweige saftig werden und
Blätter treiben, so wisst, dass der Sommer nahe ist. Ebenso auch: wenn ihr seht,
dass dies geschieht, so wisst, dass ER nahe vor der Tür ist.“ Mk 13, 28-29.
In der Lutherbibel hat das
Kapitel Mk 13 die Überschrift „Über das
Ende der Welt“. In meiner Bibel hat
dieses Kapitel nun eine neue Überschrift bekommen: „Über das Ende der Winterzeit“
Jesus kündet den Sommer an (V.
28), das Ende des Winters. Er will
keine Angst verbreiten, sondern ermutigen.
Er hat seinen Jüngern
versprochen, dass er wiederkommen und sein Reich vollenden wird. Wenn Jesus von
den Zeichen spricht, die seinem Kommen vorausgehen, von Kriegen, Bedrängnissen
und Nöten, dann will er uns ermutigen. Es sind gute Zeichen. Gut, weil sie auf
den kommenden Herrn hinweisen – so, wie die Blüten der Bäume den Sommer
ankündigen.
Zwischen der Not dieser Welt und
dem anbrechenden Reich Gottes ist ein Unterschied, wie zwischen Nacht und Tag,
wie zwischen Winter und Sommer. Der Winter hat seine schönen Seiten, aber ich
freue mich auf den Sommer.
Gustavo Victoria, unser neuer
Gemeinschaftsinspektor, schreibt in der April Ausgabe der SV-Nachrichten „Ich
möchte in diesen Zeiten Licht sein. Ich will mich nicht an Spekulationen über
das Ende der Welt beteiligen. Ich will nicht meckern über das, was Menschen tun
(Hamsterkäufe und Ähnliches). Ich will zeigen, dass die Predigt der
Geborgenheit in Gott jetzt eine entscheidende Rolle spielt“
Nicht über die Dunkelheit lamentieren,
sondern Licht sein. Nicht über das Ende spekulieren, aber auf Jesus hoffen. Und
dabei anderen bezeugen, dass mein Leben von Jesus gehalten ist und ich bei ihm
geborgen bin.
Und vergesst nicht, die Uhr
umzustellen – wir haben wieder Sommerzeit!

